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Evangelische Christuskirche in Neuötting
Geschichte der Kirchengemeinde: Neuötting
1. Evangelischer Verein
Vor dem Kirchenbau in Neuötting gibt es hier noch keine selbstständige Gemeinde. Der nächste Pfarrer wohnt in Traunstein, seelsorgerlich betreut wurde die Gemeinde vom nahen Burghausen aus, wo ein "exponiertes Vikariat" bestand. Die evangelischen Christen sammeln sich im Evangelischen Verein Neu/Altötting, der 1893 gegründet wurde.

2. Kirchenbau in Neuötting
1929 - 1931 konnte die Christuskirche in Neuötting gebaut und am 29.6.1931 übergeben werden. Zur Gemeinde gehörten damals etwas mehr als 200 evangelische Christen. Die Altarbibel wurde vom damaligen Reichspräsidenten von Hindenburg gestiftet.

Nun war auch der Zeitpunkt gekommen, an die Errichtung einer eigenständigen Kirchengemeinde zu denken. 1935 wurde schließlich das "exponierte Vikariat Neuötting/Pfarrei Burghausen/Dekanat Rosenheim" gegründet. Der erste allein für den Gemeindebereich Alt- und Neuötting zuständige Geistliche ist Vikar Siegfriede Büttner. Zur Gemeinde gehören nun auch die Orte Garching und Simbach, sodass die Gemeinde auf 800 Gemeindeglieder anwuchs.

1939 wird Vikar Friedrich Seitz Seelsorger der Gemeinde. Nach einjähriger Amtszeit wird er zum Wehrdienst einberufen und kehrt erst 1945 mit einer Kriegsverletzung in seine Gemeinde zurück, die zwischenzeitlich von Burghausen und Mühldorf mitbetreut wurde.

3. Endlich selbstständige Gemeinde
Am 12. August 1948 wird Neuötting eine eigenständige Kirchengemeinde und dem neuen Dekanat Traunstein zugeordnet. Simbach wird ausgegliedert. Erster Pfarrer ist Friedrich Seitz, der mittlerweile 3.127 Gemeindeglieder versorgt, zu denen schließlich noch viele Flüchtlinge und Vertriebene dazukommen. Gottesdienst wird an 14 Predigtstationen gefeiert: Neuötting (Kirche), Altötting (Michaelikirche), Tüßling (Marktkirche), Winhöring, Marktl und Hart (jeweils Pfarrkirche), Reischach (Antoniuskapelle), Klebing (Schlosskapelle) und Garching (Schulaula). Zur Entlastung des Pfarrers wird 1950 ein Pfarrvikariat errichtet (heute: "z. A.-Stelle"), das mit Friedrich Sinn 1952 zum ersten Mal besetzt wird. 

4. Das Gemeinde-/Pfarrhaus
Schon 1952 beschließt der Kirchenvorstand, ein Gemeindehaus mit Pfarrwohnungen zu errichten, das 60.000 DM kosten soll. Durch Zuschüsse von verschiedenen Stellen kann gebaut und das Haus 1954  eingeweiht werden: neben der Kirche am Herzog-Georg-Platz 1 in Neuötting.

5. Die Christuskirche wird renoviert
Mehrere Renovierungsmaßnahmen haben die Christuskirche in ihrem Aussehen verändert: Schon in den Nachkriegsjahren veränderten sich Kanzel, dann ab 1970 auch der Turm, Fenster und Altar. Zudem wurde ein mit Dornen gekrönter Christuskopf über dem Eingang angebracht.

6. Der Umzug nach Altötting
Durch den Bau der neuen evangelischen Kirche in Altötting ("Zum Guten Hirten"), die 1996 fertig gestellt war, wurde auch das Pfarramt nach Altötting verlegt, wodurch sich auch der Name der Kirchengemeinde änderte: Sie heißt nun "Evangelische Kirchengemeinde Altötting".



Quelle: 1931-1981. 50 Jahre Christuskirche. Aus der Geschichte der evang.-luth. Kirchengemeinde Neuötting, hg. von der Ev.-Luth. Kirchengmeinde Neuötting, Pfr. Kurt Ixmeier (verantw.)
  
Christuskirche (wahrscheinlich um 1960)