Jahreslosung 2021

Seid barmherzig … 

allein diese ersten beiden Worte würden schon genügen, um uns einen guten Leitfaden für das neue Jahr 2021 zu geben. Barmherzigkeit als Grundhaltung in all dem, was ich denke und rede, wie ich handle und entscheide.

Im zu Ende gehenden Jahr 2020 haben wir gespürt, wie wichtig eine liebevolle Zuwendung zu unseren Nächsten ist.

Die Pandemie hat uns alle vor große Herausforderungen gestellt – und dies wird wohl auch noch eine Weile lang andauern. Nicht selten stand in den Überlegungen und Handlungen manches Eigeninteresse über dem solidarischen Gedanken, das Ich über dem Wir.

Viel ist unternommen worden, um Risiken einzudämmen, Folgen abzumildern, richtige Weichenstellungen zu treffen. Doch welche Wege, Maßnahmen und Entscheidungen richtig und zielführend waren, wird sich wohl erst im Lauf der Zeit herausstellen.

Das Wort der Jahreslosung erinnert uns daran, dass wir täglich aufs Neue von Gott nicht nach dem angesehen und beurteilt werden, was misslingt. Vielmehr begegnet uns Gott so, wie es im Psalm 103, 8 heißt: „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“

Gerade im Umgang miteinander ist es wichtig, nicht in Rechthaberei und Schuldzuweisungen zu verfallen, sondern in einer Atmosphäre der Barmherzigkeit und des gegenseitigen Verzeihens Zukunft zu gestalten. Denn Gott, unser aller Vater, hat uns dies zuerst geschenkt, seine Gnade. Im Leben und in den Worten seines Sohnes Jesus Christus erkennen wir, welche Kraft und Verheißung in der praktizierten Liebe und Nächstenliebe steckt.

Wie dankbar können wir sein für Menschen, die Zeit und Engagement für all diejenigen aufgebracht haben, die von Krankheit, Angst und Sorge betroffen waren und noch sind. Für mich ist alle tätige Hilfe und Zuwendung ein Geschenk Gottes, und auch Worte und Gesten sollen davon durchdrungen sein. Denken wir dabei an die alten sieben Werke der Barmherzigkeit, die es ja als leibliche und geistliche Werke gibt.

Gottes Liebe ermutigt uns, sie weiterzugeben und zu teilen. Barmherzigkeit erfordert keine Gegenleistung, sie schaut nicht auf Lohn, Anerkennung oder Erfolg. Sie hat allein das Wohlergehen des mir als Nächsten begegnenden Menschen im Blick. Gehen Sie mit diesen Worten behütet und getragen in ein neues Jahr.

Ihr Pfr. Dr. Diethard Buchstädt